Überprüfung von psychologischen/psychiatrischen Gutachten

Sie haben ein psychologisches/ psychiatrischen  Gutachten z.B. vom Familiengericht? 

Als Sachverständige für den Datenschutz und Datenschutzbeauftragte (TÜV®) prüfen wir  psychologische/ psychiatrische / familienpsychologische sowie alle eignungs- und fähigkeitsbewertende Gutachten von Behörden, Gerichten, sozialen und sonstigen öffentlichen Einrichtungen privater und öffentlicher Träger auf die Einhaltung der Datenschutznormen. Das geschieht nunmehr im Verein Artikel 80 e.V.

 

Jedes Gutachten enthält personenbezogene Daten und Informationen. 

Informationen bestehen aus verarbeiteten Daten. Das sind Wahrnehmungen, Eindrücke, Meinungen, Gerüchte, Mutmaßungen, Annahmen, sowie Angaben von Ihnen und von Dritten über Sie usw..

In jedem der oben aufgeführten Gutachtenarten werden solche Daten zu Hauf verarbeitet und zu Informationen zusammengeführt.

Gutachter müssen alle Bestimmungen der Datenschutznormen und Prozessordnugnen bei der Erstellung ihrer Gutachten einhalten. Verstoßen die Gutachten gegen wesentliche Datenschutzgesetze, dürfen diese Gutachten von Behörden und Gerichten nicht mehr als Entscheidungsgrundlage rechtmäßig genutzt - also weiterverarbeitet - werden.

 

Sie möchten so ein Gutachten anfechten?


Zunächst gibt es für Betroffene mehrere Möglichkeiten ein Gutachten anzufechten. Einige dieser Möglichkeiten werden nachfolgend aufgeführt:

1. Die Methodenprüfung. Dabei wird geprüft, ob die angewandten (psychologischen) Testverfahren richtig durchgeführt wurden, ob der Sachverständige für die Beantwortung der Beweisfrage fachlich geeignet war, usw. (vgl. Prof. Werner Leitner, Prof. Dr. Wilfried Hommers, Rainer Müller-Hahn, Prof. Dr. Uwe Tewes, Dipl. Psych Beate Kricheldorf, Dipl.-Psych. Dr. Rainer Balloff, Julien Ferrat, Andrea Christid, Dr. Grohte usw.)

 

2. Die Ergebnisprüfung. Hierbei wird geprüft, ob bei der Einhaltung der Testverfahren zum richtigen Ergebnis gelangt worden ist. (Akteure wie vor)

Verlässliche Zahlen, wie oft solchen methodenkritischen Stellungnahmen (oder sog. Gegengutachten) vom Gericht tatsächlich gefolgt wurde, gibt es leider nicht. Ein Grund ist, dass Gerichte die Auslegungshoheit für sich allein beanspruchen. Ob ein Gutachten und/oder eine darauf bezugnehmende Gerichtsentscheidung auf der Verletzung des materiellen und/oder formellen Rechts beruht, kann mit diesen Gutachtenkritiken nicht belegt werden, bzw. unterliegt der Auslegungshoheit, derer die es in Auftrag gegeben haben. Die Kosten für ein "Gegengutachten" liegen derzeit zwischen ca. 1500-12000 Euro.


3. Eine weitere Möglichkeit ein Gutachten anzufechten und gleichsam aufzuzeigen, dass das Gutachten auf der Verletzung materiellen oder formellen Rechts beruht, ist jetzt, durch das Inkrafttreten der Datenschutzgrundverordnung (DS-GVO) und der einschlägigen nationalen Datenschutzgesetze mit der fachlichen Überprüfung gegeben.

Wir prüfen im  Verein Artikel 80 e.V. ob in Ihrem Gutachten die strengen Datenschutzgesetze – die eben den Schutz der Privatsphäre, der Familie sicherstellen sollen - eingehalten wurden oder ob ein Verstoß vorliegt und das Gutachten nicht verwendet oder für gerichtliche Entscheidungen herangezogen werden darf.

Anhand der nachfolgenden (nicht abschließenden) 10 Fragen können Sie selbst grob prüfen, ob Gründe für eine genauere datenschutzrechtliche Prüfung vorliegen:

  1. Haben Sie in die Erstellung des Gutachtens eingewilligt?
  2. Wurden Sie vor Ihrer Einwilligung (über Folgen, Umfang, Zweck, Beweisfrage, Kosten usw.) aufgeklärt?
  3. Hatten Sie vor der Einwilligung reichlich Bedenkzeit?
  4. Haben Sie selbst den Sachverständigen ausgewählt?
  5. Haben Sie Schweigepflichtentbindungen erteilt?
  6. Hat der/die Sachverständige mit Ihnen persönlich gesprochen?
  7. Besteht der Inhalt des Gutachtens ausschließlich aus den Aussagen der betroffenen Eltern?
  8. Waren Ihnen alle im Gutachten enthaltenen Aussagen vorher bekannt?
  9. Sind alle Informationen über Sie in dem Gutachten richtig?
  10. Würden Sie daran heute nochmal teilnehmen?

Wenn Sie nur eine oder gar mehrere der Fragen mit „NEIN“ beantwortet haben, ist davon auszugehen, dass bei einer Prüfung datenschutzrechtliche Verstöße feststellt werden.

4. Weil in einem Gutahten ihre Daten verarbeitet werden, können Sie gemäß Artikel 79 (1) DS-GVO eine Klage gegen den Sachverständigen einreichen. Artikel 79 bietet die Möglichkeit feststellen zu lassen, dass die Ihnen aufgrund der Verordnung zustehenden Rechte bei der Verarbeitung Ihrer Daten verletzt worden sind und können Schadensersatz gelten machen. Wenn Sie hierzu weitere Informationen benötigen können Sie sich an einen ANwalt oder z.B. den Verein Artikel 80 e.V. auf der Webseite www.artikel-80.de wenden, der Betroffene gemäß Artikel 80 (1) DS-GVO in solchen Verfahren vertreten darf. 


I. Entscheiden Sie sich für die Vorprüfung, dann werden hierbei die Voraussetzungen zur Rechtmäßigkeit der verarbeiteten Daten abgeprüft. Festgestellte Mängel oder Verstöße werden Ihnen kurz bekannt gegeben.


II. Eine ausführliche schriftliche Expertise verschafft Ihnen eine ganz neue Argumentationsgrundlage in oder nach einem Gerichtsverfahren. Die festgestellten Verstöße werden ausführlich und nachvollziehbar begründet und mit Literaturangaben angegeben. Der weitere Mehrwert besteht darin, dass Ihnen durch die Feststellung der neuen Tatsachen auch ganz neue Möglichkeiten durch den Datenschutz eröffnet werden, um den umfangreichen Folgen (auch den der Kosten) eines solchen Gutachtens, zusammen mit Ihrem Anwalt entgegenzuwirken. Grundsätzlich spielt es hierbei keine Rolle wie alt das Gutachten ist, oder ob das Verfahren schon längst abgeschlossen ist. Am Ende einer ausführlichen Expertise werden die Rechtsfolgen gemäß dem Datenschutz festgestellt. Hierzu zählt auch, wenn die weitere Verwendung des Inhaltes gesetzlich verboten ist.



Kosten:

Zu I. Vorprüfung: Für eine Vorprüfung sind Unterlagen und Gespräche notwendig. Nach Abschluss der Vorprüfung besprechen wir, das weitere Vorgehen. Die Kosten für eine Vorprüfung liegen aktuell bei 150 Euro.

Zu II. Die Kosten für eine Expertise werden nach dem Kostendeckungsprinzip mit Ihnen vereinbart. Diese liegen zwischen 100 und ca. 2500 Euro und bemessen sich zum einen an der Anzahl der auszuarbeitenden Verstöße und an dem mit Ihnen vereinbarten Umfang der Expertise. Bei Auftragserteilung sind die vereinbarten Kosten im Voraus zu zahlen.

Hinweis: Lassen Sie sich zu den Möglichkeiten (Folgenbeseitigungsanspruch, der Rückforderung der Gutachter- und Verfahrenskosten oder sonstigen materiellen und immateriellen Schadensersatzansprüchen oder der Wiederaufnahme des Verfahrens) von einem Anwalt beraten. In der Expertise werden nur Tatsachen festgestellt. Die Expertise kann auch im laufenden Verfahren oder für eine Begründung im Kostenverfahren bei Gericht verwendet werden.

1. Hilfe zur Selbsthilfe bei Gutachten:

Im Downloadbereich haben wir für Sie Dokumente zusammengestellt, die Sie frei nutzen und verändern können, um

  1. Ihre Einwilligung zu widerrufen.
  2. Die Verarbeitung Ihrer Daten zu untersagen.
  3. Schweigepflichtentbidnungen zu widerrufen.
  4. alle erforderlichen Angaben des Datenverarbeiters abfragen können.
  5. Anfragen nach Transparenz und einer audio-visuellen Aufzeichnung an Sachverständige richten.
  6. Ein Zustellnachweis für Ihre übermittelten Dokumente zu erhalten.

Kostenrekorde:

Sind Sie vorher darüber aufgeklärt worden, was solche Gutachten kosten können?

1. Platz
Dipl. Psych. Klaus Ritter
40.000 Euro

2. Platz
Dipl. Psych. Jeanne Barbara Geib
32.482,05 Euro

3. Platz
Dr. phil. dipl. Psych. Marianne Rauwald
24.477,50 Euro

Anm.: Solche Kosten entstehen nicht in Verfahren in denen VKH (Verfahrenskostenhilfe) bewilligt wurde.